Erstmals werden hier 84 Handschriften, ein Handschriftenfragment und ein Blockdruck der Berner Codices-Sammlung, die durch den Gelehrten und Diplomaten Jaques Bongars (1554-1612) begrundet wurde, vollstandig beschrieben. Zu der Sammlung haben unter anderem Berner Professoren der 1528 gegrundeten Hohen Schule, Berner Militars in fremden Diensten und in neuerer Zeit Afrika- und Orientreisende beigetragen. Die alteste Handschrift stammt aus dem Jahr 1413, die jungste aus dem Jahr 1878. Sprachlich liegt der Schwerpunkt auf dem Arabischen, gefolgt von Athiopisch, Turkisch und Persisch. Thematisch finden sich unter den religiosen Werken Koranexemplare, Hymnen, Texte aus dem Alten und Neuen Testament sowie Gebetbucher. Die Sammlung enthalt ferner Abhandlungen zur Jurisprudenz, Medizin, Grammatik, Geschichte, Mystik, Kosmographie, einen Furstenspiegel und orientalistische Arbeiten des Berner Reformators Wolfgang Musculus (1497-1563) und der Gelehrtenfamilie Kocher. Hervorzuheben sind ein teilweise in arabisch geschriebenem Spanisch (Aljamiado) verfasstes Gebetbuch, eine illustrierte Handschrift der Kosmographie Qazwinis und eine Abschrift athiopischer Hymnen von Johann Michael Wansleben (1635-1679), einem der Begrunder der deutschen Athiopistik.

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